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Montag, 07.März 2016 - 12:34 Uhr | Kategorie Aktuelles

57 Menschen aus Seenot gerettet

Lesbos – Der Seenotrettungskreuzer Minden der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hatte am Montag ihren ersten Einsatz vor der griechischen Insel Lesbos, geht aus einer Pressemitteilung der DGzRS hervor.
Das Joint Rescue Coordination Centre (JRCC) Piräus, die griechische Seenotleitung, alarmierte die Minden gegen 6 Uhr morgens. Die Besatzung der Minden konnte in der Ägäis 57 Menschen aus Seenot retten, davon 20 Kinder. Bei den Geretteten handelt es sich überwiegend um syrische Flüchtlinge. Sie wurden auf Veranlassung der Seenotleitung im Hafen von Mytilini an die griechischen Behörden übergeben. Vor der Südostküste der Insel barg die Besatzung die insgesamt 57 Menschen von zwei seeuntüchtigen Schlauchbooten ab. Trotz Windstärken um fünf Beaufort und gut einem Meter Seegang gelang es mit Hilfe eines speziellen Rettungsstegs in der Heckwanne des Seenotrettungskreuzers, alle Menschen innerhalb von 15 Minuten zu übernehmen.

„Die meisten Geretteten sind Frauen, kleine Kinder und Säuglinge. Das jüngste Kind ist etwa zwei Monate alt, die älteste Frau über 70“, berichtet der Leiter des Rettungsdienstes und Geschäftsführer der DGzRS, Kapitän Udo Helge Fox. Er war selbst an der Rettung beteiligt. Zwei Gerettete benötigten medizinische Hilfe. Eine Frau erlitt einen Kreislaufkollaps, ein Mann mit Unterzuckerung musste ebenfalls behandelt werden.

Erst am Samstag hat die Besatzung der Minden gemeinsam mit der griechischen Schwesterorganisation Hellenic Rescue die ersten Übungen vor Lesbos durchgeführt. Am Sonntagnachmittag segnete ein griechischer Priester die Minden in einer feierlichen Zeremonie.

Die DGzRS und weitere nordeuropäische Seenotrettungsgesellschaften beteiligen sich an einem zeitlich befristeten internationalen Einsatz in der Ägäis. Der Einsatz ist Teil der Initiative „Members assisting Members“ der International Maritime Rescue Federation (IMRF). In ihr sind 125 Organisationen aus 48 Ländern zusammengeschlossen.
Ziel des IMRF-Einsatzes ist Hilfe zur Selbsthilfe: Die IMRF-Mitglieder wollen Kapazitäten und Fähigkeiten ihrer griechischen Kollegen erweitern und das Hellenic Rescue Team (HRT) ausbilden. Diese Freiwilligenorganisation soll mittelfristig die griechische Küstenwache entlasten.
Die DGzRS setzt den Seenotrettungskreuzer MInden ein. Die DGzRS hatte die Minden 2014 nach 28 Einsatzjahren außer Dienst gestellt und verkauft. Der heutige Eigner stellt das Schiff nun für den Ägäis-Einsatz unentgeltlich der DGzRS zur Verfügung. Im Sommer wird die Minden von zwei 8,5 Meter langen Neubauten abgelöst. Diese Einheiten hat die DGzRS auf einer finnischen Werft bestellt, um den griechischen Seenotrettungsdienst langfristig zu stärken. Ihre Anschaffung kann dank des Engagements eines einzelnen Spenders erfolgen.

Die Wahrnehmung der DGzRS-Aufgabe in Nord- und Ostsee bleibt vom Einsatz in der Ägäis unberührt. Die Einsatzfähigkeit der deutschen Seenotretter im eigenen Zuständigkeitsbereich ist ohne Einschränkung gesichert. Die DGzRS hat sich frühzeitig und erfolgreich um Projektspenden für den Einsatz in der Ägäis bemüht.

Fotos: DGzRS

Weitere Informationen unter seenotretter-imrf.de

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